+ Kostenübernahme koordinieren

Papierkram, den Sie nicht alleine stemmen müssen.

Die Schweizer Grundversicherung zahlt medizinische Ernährung bei medizinischer Indikation. Aber der Weg dahin ist nicht immer intuitiv. Wer was ausfüllt, wer was bezahlt, wer hilft, wenn etwas hakt. Hier die wichtigsten Punkte aus der Perspektive einer Angehörigen.

Mit der Ärztin oder dem Arzt sprechen

Der wichtigste Termin ist der mit der Hausärztin, dem Hausarzt oder der behandelnden Fachärztin. Dort wird die medizinische Indikation festgestellt. Und dort entscheidet sich, ob es eine Verordnung gibt.

Ein Hinweis zur Wortwahl: Formulieren Sie als Beobachtung, nicht als Wunsch. Statt „Können Sie uns das bitte verschreiben?" wirkt besser: „Wir beobachten seit einigen Monaten einen Gewichtsverlust bei meiner Mutter. Sie isst zunehmend weniger, und wir sorgen uns, dass sie zu wenig Nährstoffe aufnimmt." Das öffnet ein medizinisches Gespräch, keines ums Produkt.

Fragen Sie im Gespräch konkret nach: Wäre medizinische Ernährung sinnvoll? Welche Form passt zur Situation? Wer stellt den Antrag auf Kostengutsprache?

Das richtige Formular finden

Je nach Krankenkasse, je nach Diagnose, je nach Produkt unterscheidet sich das Formular. Unsere Kostenübernahme-Seite führt Sie Schritt für Schritt durch den Prozess und zeigt Ihnen die passende Vorlage für Ihre Kasse. Das ist nicht schön, aber es spart einen Telefonanruf und Tage Wartezeit.

Die Ärztin oder der Arzt füllt den medizinischen Teil aus. Sie als Angehörige können den administrativen Teil vorbereiten: Versicherungsnummer, Adresse, Diagnose, Gewichtsverlauf.

Homecare einschalten

Homecare-Firmen sind Unternehmen, die medizinische Produkte nach Hause liefern und die gesamte Abwicklung mit der Krankenkasse übernehmen. Das entlastet spürbar: Sie haben eine Ansprechperson für alles, Bestellung, Lieferung, Abrechnung.

Die Ärztin oder der Arzt kann Ihnen einen Homecare-Partner vorschlagen, oder Sie wählen selbst. Wir arbeiten mit den grossen Schweizer Homecares zusammen: HomeCare Bichsel, Bern-Basel, Mittelland, Nordstern, FresuCare, AxelCare, Farmadomo. Bei Fragen zur Auswahl schreiben Sie uns.

Was Sie mitbringen können

Wenn Sie gut vorbereitet in den Arzttermin gehen, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass am selben Tag eine Verordnung entsteht. Folgendes hilft:

  • Gewichtsverlauf der letzten drei bis sechs Monate, wenn möglich mit konkreten Zahlen.
  • Medikamentenliste, inklusive rezeptfreier Mittel, damit Wechselwirkungen beachtet werden.
  • Liste der bestehenden Diagnosen, gerade chronische Erkrankungen.
  • Notizen zum Essverhalten: Welche Mahlzeiten werden ausgelassen? Wann ist der Appetit am grössten?
  • Wenn Sie bereits Produkte kennen, die Sie anwenden möchten, nennen Sie sie im Gespräch.

Bei Ablehnung: nicht aufgeben

Manchmal kommt von der Krankenkasse eine Ablehnung oder ein Nachfragebrief. Das ist ärgerlich, aber kein Ende. In vielen Fällen fehlte der Kasse eine zusätzliche Begründung, ein genauerer Gewichtsverlauf oder eine präzisere Diagnose-Angabe.

Sprechen Sie die Ärztin oder den Arzt auf Widerspruch an. Die Praxis kennt diese Situation und kann in der Regel schnell ergänzen. Wenn Sie unsicher sind, wie Sie vorgehen sollen, schreiben Sie uns. Wir kennen die häufigen Ablehnungsgründe und können Ihnen zeigen, was typischerweise hilft.

Nächstes Thema

Sie sind auch wichtig.

Wenn Sie bis hierher gekommen sind, haben Sie viel gelesen, viel geplant, viel organisiert. Das letzte Thema ist nicht für die Person, die Sie pflegen. Es ist für Sie.

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