Anreichern statt mehr servieren
Wenn Appetit klein ist, bringt ein grösserer Teller nichts, aber eine kleine Menge mit mehr Nährstoffdichte schon. Die Fachleute nennen das „Anreichern". In der Praxis heisst es: einen Löffel Rahm in die Suppe, Butter auf die warme Kartoffel, ein rohes Ei in den Kartoffelbrei (wenn medizinisch vertretbar), Nussmus ins Müesli, geriebenen Käse auf die Pasta.
Diese kleinen Zusätze fügen Energie und Protein hinzu, ohne dass die Portion wächst. Niemand isst mehr, aber jeder Bissen zählt mehr.
Kleine Portionen, öfter
Drei grosse Mahlzeiten sind für viele kranke oder geschwächte Menschen zu viel. Fünf bis sechs kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt sind besser verdaulich und sorgen dafür, dass die Person nicht vor einer Bergkulisse aus Essen sitzt.
Das kann so aussehen: Zmorgen, Znüni, Mittag, Zvieri, Abendessen, ein kleiner Spätimbiss. Die einzelnen Portionen sind dann jeweils etwa halb so gross wie üblich. Wichtig: Lassen Sie bewusst ein paar Stunden Pause zwischen den Mini-Mahlzeiten, damit Hunger überhaupt entstehen kann.
Kühle und weiche Konsistenzen
Bei Mundschmerzen, nach einer Chemotherapie, bei Schluckproblemen oder im hohen Alter wird heisses oder hartes Essen zur Anstrengung. Kühle und weiche Speisen gehen leichter: Joghurt, Quark, Glace, Pudding, Püree, Kartoffelstock, weich gekochtes Gemüse, Omelett, Rührei.
Glace ist dabei oft unterschätzt. Sie ist kalt, schmeckt, und sie rutscht leicht. Unsere Protein Glace liefert auf einen Becher 12 Gramm Protein, was bei kleinen Essern ein sehr guter Wert ist.
Medizinische Ernährung einführen
Wenn auch mit Anreichern und vielen kleinen Mahlzeiten nicht genug ankommt, kommt medizinische Ernährung ins Spiel. Sie wird oft als separates Getränk oder als Glace eingenommen, kann aber auch in bekannte Lebensmittel integriert werden. Ein Shot MINI im Joghurt, ein Schluck in den Kaffee, ein Esslöffel in den Saft.
Wichtig beim Einführen: klein anfangen. Ein halber Becher, ein halber MINI, verdünnt mit etwas, das die Person kennt und mag. Der Körper gewöhnt sich an den Geschmack, und Akzeptanz wächst mit Vertrautheit.
Mehr zu den Produkten und wie sie konkret schmecken und passen, finden Sie auf unserer Seite zu Produkten.
Hilfe beim Essen
Wenn das Essen länger dauert als früher, gehört das dazu. Setzen Sie sich hin, so dass Sie entspannt bleiben können. Wer ungeduldig wird, überträgt das auf die Person am Teller. Eine halbe Stunde für eine kleine Mahlzeit ist normal.
Wenn motorische Probleme das Besteckhandhaben erschweren, helfen Griffverstärker, leichte Gabeln und Tellerrand-Aufsätze. Fragen Sie in der Apotheke oder beim Homecare-Partner nach Hilfsmitteln, vieles wird von der Kasse mitgetragen.