Feste Essenszeiten, auch wenn wenig gegessen wird
Der Teller ist oft nicht leer, und das ist in Ordnung. Wichtiger als die Menge ist, dass Mahlzeiten stattfinden. Morgens, mittags, abends, dazu ein Znüni und ein Zvieri, jeden Tag ungefähr zur gleichen Zeit. Der Körper stellt sich auf den Rhythmus ein, Hunger und Appetit kehren mit der Zeit leichter zurück.
Sehen Sie die Essenszeit weniger als Leistung und mehr als Ritual. Der gedeckte Tisch, ein Glas Wasser, eine Serviette. Das ist ein Anker, auch wenn am Ende nur drei Löffel gegessen werden.
Gemeinsam essen, auch kleine Portionen
Gesellschaft ist einer der stärksten Appetitanreger, die wir kennen. Setzen Sie sich dazu, auch wenn Sie selbst schon gegessen haben. Eine Tasse Tee in der Hand reicht. Essen ist für viele Menschen immer noch ein sozialer Vorgang, und wer alleine am Tisch sitzt, verliert häufig schneller den Appetit.
Wenn gemeinsam sitzen nicht geht, hilft manchmal ein Telefonat zur Mittagszeit, ein kurzer Videoanruf mit den Enkelkindern, eine vertraute Stimme im Radio.
Ablenkungen minimieren
Fernseher an, Radio laut, Kinderlärm aus dem Nebenzimmer: all das fordert das Gehirn, und was fürs Gehirn fordert, lenkt vom Essen ab. Beobachten Sie, was in der Wohnung passiert, wenn der Teller kommt. Schon das Abschalten der Nachrichten kann spürbar helfen.
Auch Schmerzen sind eine Ablenkung. Wenn die Person nach dem Aufstehen Schmerzen hat oder die Zähne drücken, wird jedes Kauen zur Hürde. Sprechen Sie mit der Ärztin oder dem Arzt darüber, ob Schmerzmittel vor den Mahlzeiten sinnvoll sind.
Genuss über Menge
Wenn es schwerfällt zu essen, zählt jeder Bissen doppelt. Lieber das Lieblingsgericht in kleiner Portion als eine ausgewogene Mahlzeit, die kalt wird. Das darf auch Schokoladenpudding zum Zmorgen sein oder Rühreier zum Abend. Ernährungsregeln gelten in dieser Phase weniger streng als früher.
Fragen Sie direkt: „Worauf hättest du heute Lust?" Auch wenn die Antwort oft „nichts" lautet, zeigen Sie damit, dass es um den Menschen geht, nicht um den Plan.
Achten auf Müdigkeit und Schmerzen
Essen braucht Energie. Wer müde ist, kaut und schluckt schlechter. Beobachten Sie, zu welcher Tageszeit Ihre Angehörige am aufnahmefähigsten ist. Bei vielen älteren Menschen ist das vormittags, nach dem Wachwerden und vor der Mittagsmüdigkeit. Legen Sie die nährstoffreichste Mahlzeit genau dorthin.
Wenn Schmerzen im Mund, in den Zähnen oder im Rachen dazukommen, wird weiche und kühle Kost zur Wohltat. Dazu mehr auf der nächsten Seite.